Dr. med. vet. Peselmann

Tierarztpraxis für Kleintiere in Riesenbeck (Osnabrück // Ibbenbüren)

Hund

Im folgenden erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Informationen zu Ihrem Hund.

 Physiologische Daten:

Lebenserwartung: je nach Rasse 8 – 18 Jahre (kleinere Rassen leben im Schnitt länger, als große Rassen)
Herzfrequenz: 70 – 160 x/Min.
Atemfrequenz: 10 – 30 x/Min.
Körpertemperatur: 38 – 38,5°C
Normale Wasseraufnahme: 35 – 50 ml/kg Körpergewicht
Normaler Harnabsatz: 20 – 40 ml/kg Körpergewicht

Zyklusverlauf der Hündin:

Hunde werden im Alter von 7 – 13 Monaten geschlechtsreif, wobei kleine Hunderassen früher läufig werden als großwüchsige.

Der Abstand zwischen 2 Läufigkeiten beträgt im Durchschnitt 6 – 7 Monate, allerdings gibt es auch rassebedingte und individuelle Unterschiede.

Die Vorbrunst (Proöstrus), die sich in blutigem Ausfluss äußert, dauert 3 – 12 Tage (Ø 9 Tage). Während dieser Zeit weist die Hündin Rüden ab. Danach schließt sich die Phase der Brunst (Östrus) an, während der der Ausfluss klar und schleimig wird und die Hündin Deckbereitschaft zeigt. Der Östrus dauert 3 – 21 Tage (Ø 9 Tage). Anschließend folgt die Phase des Metöstrus, welche zwischen 9 – 12 Wochen dauert, bevor der Anöstrus beginnt, die Phase ohne ovarielle Aktivität, welche genetisch festgelegt ist und bei den verschiedenen Rassen stark variiert (zwischen 30 und 265 Tage).

Trächtigkeitsdauer: Ø 63 Tage (zwischen 58 und 68 Tagen)

Feststellung der Trächtigkeit:

22. – 30. Tag: 2 cm große Fruchtkammern bei Bauchdeckenpalpation tastbar
ab 25. Tag: erste Embryodarstellung im Ultraschall möglich
ab 30. Tag: Fruchtkammer im Ultraschall 20 – 40 mm groß
30. – 50. Tag: Darstellung von Fetus und Herztönen im Ultraschall
ab 56. Tag: Auskultation der Herztöne.
Die Feten haben einen Puls von 180 – 220/Min.

Während und nach der Geburt hat das Muttertier einen erhöhten Bedarf an Calcium, sodass bereits ca. 1-2 Wochen vor dem Geburtstermin Calcium in Form von Welpenmilch (Dosierungsanweisung auf der Verpackung) zugefüttert werden sollte, damit die Hündin für einen ungestörten Geburtsverlauf genug Calcium zur Verfügung hat. Nach der Geburt sollte ebenfalls Calcium zugefüttert werden, um eine ausreichende Milchproduktion des Muttertieres zu gewährleisten und damit diese keinen Calciummangel bekommt, welcher sich in starken Krämpfen äußern kann.

Einige Tage vor dem errechneten Geburtstermin (frühest möglicher Termin, um den Welpen nicht zu schaden ab dem 50. Trächtigkeitstag) empfiehlt es sich, ein Röntgenbild anfertigen zu lassen, um festzustellen, wie viele Welpen geboren werden. Dadurch lässt sich leichter erkennen, wann die Geburt abgeschlossen ist (sprich: alle Welpen geboren wurden) bzw. ob die Geburt stockt. Auf diese Weise kann man verhindern, die Hündin während der Geburt dem

 Anaplasmose

Anaplasmen sind in den Blutzellen (neutrophile und z.T. eosinophile Granulozyten) lebende Erreger.

Sie werden durch Zecken der Art Ixodes ricinus übertragen. Die Dauer der Übertragung liegt bei unter 24 Stunden.

Anaplasmen kommen vermutlich in ganz Europa vor. Nachgewiesen wurden sie bereits in Deutschland, Niederlanden, Frankreich, Schweiz, Spanien, Portugal, Italien, Polen, Bulgarien, Slowenien, Norwegen, Schweden und Großbritannien.

Hauptwirte sind neben Hunden auch Katzen, Schafe, Ziegen, Rinder, Pferde und Menschen.

Die Zeit von Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung liegt bei 4-11 Tagen.

Die Symptome sind äußerst vielgestaltig: plötzlich einsetzendes hohes Fieber, Apathie, Fressunlust (Anorexie), Erbrechen, Durchfall, Muskelschmerzen, zentralnervöse Symptome mit Hirnhautentzündung (Meningitis und Meningoencephalitis), Netzhautablösung, Erblindung und Lahmheiten durch Gelenkentzündung an unterschiedlichen Gelenken.

Vorbeugend sollten Tiere nach jedem Spaziergang direkt auf Zecken untersucht und diese entfernt werden. Ansonsten stehen zeckenabwehrende und zeckenabtötende Mittel als Spot on zur Verfügung.

 Babesiose

Babesien werden in Europa vor allem durch die Zecke Dermacentor reticulatus (=Auwaldzecke) übertragen. Die Übertragungszeit vom Biss bis zur Infektion beträgt zwischen 12-72 Stunden.

Die Inkubationszeit beträgt zwischen 5-7 Tage (bis zu 3 Wochen).

Es kommt schubweise zu einer Ausbreitung der Parasiten mit dem Blut. Zwischen den Schüben sind die Babesien im Blut nicht nachweisbar.

Der Verlauf ist meistens akut. Es können Hunde aller Altersstufen betroffen sein.

Die Symptome hängen vom Schweregrad des Krankheitsverlaufs ab. Junghunde, Hunde unter Stress oder Hunde, die gleichzeitig von anderen Parasiten (Leishmanien, Ehrlichien) befallen werden, können perakut (plötzlich) an Atem- oder Kreislaufinsuffizienz (Insuffizienz = Versagen) sterben.

Ansonsten äußert sich der Beginn der Erkrankung mit Fieber bis 42°C, Appetitlosigkeit, Mattigkeit, schnellem Konditions- und Gewichtsverlust. Weitere Symptome, die sich anschließen sind blasse (anämisch) oder gelbliche (ikterisch) Schleimhäute, Ausscheidung des Blutfarbstoffes über den Urin (blutroter Urinabsatz), Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum, Atemnot, Erbrechen.

Des Weiteren können auch Symptome des Zentralen Nervensystems in Form von Lähmungserscheinungen, epileptiformen Anfällen und Bewegungsstörungen auftreten.

Folgeerkrankungen der akuten Babesiose sind akutes Nierenversagen und hämorrhagische (blutige) Enteritis (Darmentzündung).

Der chronische Verlauf der Babesiose äußert sich in Schwäche, Abmagerung, vorübergehend ansteigende Temperatur und einer ausgeprägten Blutarmut.

Prophylaktisch können Besitzer ihre Hunde gegen Zeckenbefall behandeln oder den Hund direkt nach jedem Spaziergang auf Zecken untersuchen und diese entfernen. Außerdem kann eine Chemoprophylaxe durchgeführt werden, welche den Hund für 4 Wochen vor Babesien schützt.

 Borreliose

Borrelien werden durch die Zecken Ixodes spp., insbesondere Ixodes ricinus (= Holzbock) übertragen. Der Holzbock kommt auch in Mitteleuropa vor, und lebt bevorzugt in Laub- und Mischwäldern mit Kraut- und Strauchbewuchs und einer feuchten Bodenschicht.

Die Übertragungszeit der Borrelien beträgt zwischen 16 und 72 Stunden nach dem Stich. Die Inkubationszeit beträgt 2 – 5 Monate. Die meisten Infektionen verlaufen symptomlos.

In anderen Fällen kommt es Wochen bis Monate nach einem Zeckenbiss zu reduzierter Futteraufnahme, Fieber, Lahmheit, Schwellungen und/oder Schmerzhaftigkeit eines oder mehrerer Gelenke, der Muskeln oder der Wirbelsäule.

Des Weiteren kann es zu einer akuten Hautentzündung kommen, sowie zu Nervenentzündungen mit Überempfindlichkeit im Rückenbereich oder Lähmungserscheinungen.

Durch eine Nierenbeckenentzündung (Glomerulonephritis) kommt es zu Proteinverlust über die Niere mit Proteinurie (= Ausscheidung von Eiweiß über den Urin) und Hypalbuminämie. In der Folge zeigen sich Abmagerung, später Nierentubulusschäden und schließlich Nierenversagen.

Prophylaktisch kann man Akarizide (Medikamente gegen Zecken) auf die Haut der Hunde auftragen, oder nach jedem Spaziergang den Hund auf Zecken untersuchen und diese entfernen. Das Entfernen der Zecken innerhalb der ersten 12 – 24 Stunden kann eine Borrelienübertragung verhindern.

In Gegenden, in welchen Borrelien gehäuft vorkommen kann gegen diese impft werden.

 Dirofilariose

Die Dirofilariose wird durch den Herzwurm, Dirofilaria immitis, verursacht. Es handelt sich um einen fadenartigen Wurm, der von verschiedenen Stechmücken übertragen wird und sich in der Lungenarterie und dem Herzen festsetzt.

Der Herzwurm kommt in Europa hauptsächlich im Mittelmeerraum (Spanien, Norditalien bis zu den Alpen, Südschweiz und Frankreich bis nördlich von Paris, sowie auf einigen Mittelmeerinseln) vor. Abhängig von der Temperatur (über 20°C Entwicklung der Larven) kann er sich allerdings auch nördlich von den Alpen verbreiten. Ansonsten ist der Parasit in großen Teilen von Amerika, Afrika, Südasien, Japan und Australien heimisch.

Die Symptome der Erkrankung reichen von symptomlos bis zu schockartigen Erkrankungen.

Leichte Fälle äußern sich eventuell nur in Husten, schlechtem Allgemeinbefinden mit Atemnot und häufigem Erbrechen.

Schwere Fälle zeigen zusätzlich eine schnelle Atmung (Tachypnoe), schnelle Herzfrequenz (Tachykardie) und die Herzklappenfunktion kann eingeschränkt sein. Eventuell ist bei körperlicher Anstrengung auch ein Bewusstseinsverlust des Tieres möglich.

Schockartige Symptome mit Braunfärbung des Urins kommen durch Verlegung der großen Venen, die zum Herzen führen, zustande.

Die Herz- und Lungenfunktion kann durch Vorhandensein erwachsener Würmer in der rechten Herzkammer und in den Lungenarterien, mit nachfolgender Schädigung selbiger, eingeschränkt sein. Dies äußert sich in Husten,  Rechtsherzversagen mit Wasseransammlung im Bauchraum (Aszites) und Ohnmachtsanfällen (Synkopen).

Des Weiteren kann es zu Nieren- und Leberschädigungen, ebenfalls z.T. als Folge der Herz-Kreislaufbelastung, kommen.

Vorbeugende Maßnahmen gegen die Dirofilariose:

Am sichersten: Hunde nicht mit in gefährdete Gebiete nehmen!

Sollte dies nicht möglich sein, können Insektenabwehrende Präparate in Form von Halsbändern oder als Spot on angewandt werden.

Eine weitere Möglichkeit besteht in der Chemoprophylaxe (Wirkstoffe: Moxidectin, Milbemycin, Selamectin). Diese wird innerhalb 30 Tage vor der möglichen Ansteckungsgefahr (vor Auftreten der Mücken) und danach einmal monatlich angewandt.

 Ehrlichiose

Ehrlichia canis ist ein in den Monozyten (Blutzellen, die für die unspezifische Immunabwehr zuständig sind) lebender Erreger, welcher beim Stich durch die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) übertragen wird.

Ehrlichien kommen vor allem in Europa südlich der Alpen, Afrika, Amerika und Asien vor. Wirt für den Erreger sind Hunde.

Die Zeit von Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung liegt zwischen 7-15 Tagen.

Bei der Ehrlichiose können drei verschiedene Phasen der Erkrankung unterschieden werden:

1.) Akute Phase

Mattheit, Depression, Verweigerung der Futteraufnahme, Atemnot, Fieber, Lymphknotenschwellung, Milzvergrößerung, Gewichtsverlust, punktförmig bis flächenhafte Blutungen in Haut und Schleimhäuten, Nasenbluten, Erbrechen und Atemnot.

2.) Subklinische Phase

Die Hunde erscheinen gesund. Nur bei einer Blutentnahme können Veränderungen der Blutplättchen (Erniedrigung der Thrombozyten) und eine Erhöhung des Gammaglobulins festgestellt werden. Diese Phase dauert Wochen bis Monate.

3.) Chronische Phase

Schwäche, Mattheit, Verweigerung der Futteraufnahme, anhaltender Gewichtsverlust, Fieber, Lymphknotenschwellung, Milzvergrößerung, Wasseransammlung (Ödem) in den Hintergliedmaßen und des Hodensacks (Skrotum), blasse Schleimhäute, Blutungsneigung, eitrig-schleimiger Augen- und Nasenausfluss, Nasenbluten, blutiger Urin- und Kotabsatz (Teerstuhl, Melaena).

Des Weiteren können Atemproblematik, Nierenschädigungen und zentralnervöse Störungen (Blindheit, Lähmungen, Krämpfe) auftreten.

Die sicherste vorbeugende Maßnahme besteht darin, die Hunde nicht mit in Risikogebiete zu nehmen. Falls dies nicht möglich ist, sollten die Hunde nach jedem Spaziergang auf Zecken untersucht und diese entfernt werden. Ansonsten können auch Zeckenabwehrende und Zeckenabtötende Mittel als Spot on verwendet werden.

 Hepatitis contagiosa canis

Von dieser Viruserkrankung sind vor allem Welpen (bis 2 Wochen) betroffen, die keine maternalen Antikörper über die Muttermilch bekommen haben. Bei ihnen verläuft die Erkrankung tödlich.

Die Übertragung des Virus erfolgt über Mund und Nase.

Dauer von Infektion bis zum Auftreten erster Symptome: 4 – 9 Tage.

Bei Welpen unter 6 Monaten gibt es 3 verschiedene Verlaufsformen, die aber auch gleichzeitig auftreten können:

1.)  perakuter Verlauf, bei welchem der Tod ohne oder nur nach kurzem Auftreten von Krankheitssymptomen eintritt

2.)  akute Erkrankung mit Fieber, Fressunlust, Erbrechen, Durchfall, Abnahme der weißen Blutzellen, Bauchschmerzen, gelben Schleimhäuten, punktförmigen und großflächigen Blutungen am Zahnfleisch

3.)  milder Verlauf mit unspezifischen Symptomen wie Fieber.

Die Behandlung beschränkt sich auf unterstützende Maßnahmen in Form von Infusionen und Verhinderung bakterieller Sekundärinfektionen.

Bei Hunden, welche die Infektion überleben, kann es 1 – 3 Wochen später zu einer einseitigen Trübung der Hornhaut kommen.

 Leishmaniose

Leishmanien (L. infantum) kommen v.a. in Südeuropa und in den ans Mittelmeer angrenzenden Ländern (Griechenland, Italien, Spanien) vor.

Übertragen werden die Leishmanien durch den Stich von Sandmücken (Phlebotomen, Schmetterlingsmücken).

Der Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung kann 1 – 3 Monate (selten bis zu 7 Jahre) betragen.

Mischinfektionen mit anderen Infektionen wie Babesiose, Ehrlichiose oder Filariose kommen relativ häufig vor.

Symptome können getrennt oder gleichzeitig Haut und Bauchorgane betreffen.

Die Symptome sind meist unspezifisch und können schubweise auftreten, beginnend mit Lethargie (Trägheit), Schwäche, Appetitlosigkeit, Fieber.

1.) Hautsymptome:

werden verursacht durch eine Immunkomplex-bedingte Gefäßentzündung (Vaskulitis) und äußern sich in chronischen, nicht juckenden Hautentzündungen, Haarausfall an Nasenrücken, Ohrspitzen und um die Augen, mit großen, leicht fettigen, kreideweißen Schuppen, Nasenbluten und Keratoconjunktivitis.

Eine Ausbreitung der Hautsymptome auf Hals, Rücken, Gliedmaßen und Pfoten ist möglich. Wenn letztere betroffen sind, kann es infolge einer Krallenbettentzündung zu übermäßigem Krallenwachstum kommen.

2.) Symptome einer Glomerulonephritis (Nierenbeckenentzündung):

Eiweißverlust über die Niere, Abmagerung, Nierenversagen.

3.) Symptome einer Knochenmarkzerstörung entstehen durch Vermehrung der Erreger im Knochenmark. Hierdurch kommt es zu Blutarmut (Anämie) und erniedrigten Leukozytenzahlen.

4.) Symptome einer chronischen intrazellulären Infektion kommen dadurch zustande, dass der Körper versucht, den Erreger zu bekämpfen. Aufgrund dessen sind die Lymphknoten vergrößert und der Hund hat Fieber. Bei der Blutuntersuchung zeigt sich ein Anstieg der Leukozytenzahlen, erhöhte Proteinwerte mit erniedrigtem Albumin und erhöhtem Gammaglobulin.

Vorbeugung (Prophylaxe):

Hunde sollten nicht mit in Risikogebiete genommen werden. Falls dies nicht möglich ist, kann man den Stich der Sandmücke durch Anwendung speziell entwickelter Spot-On-Präparate oder Halsbänder vermeiden. Des Weiteren sollte man die Flugzeiten der Sandmücke beachten: von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang, sprich die Hunde sollten nachts nie draußen schlafen!

Die Monate in der die Sandmücke vorkommt sind Mai bis September.

 Leptospirose

Leptospiren werden über den Harn ausgeschieden. Sie dringen durch Hautverletzungen oder die intakte Schleimhaut des Verdauungs- oder Genitaltraktes in den Körper ein.

Nach der Vermehrung an der Eintrittsstelle gelangen die Leptospiren zwischen dem 4. und 12. Tag mit dem Blut in die verschiedenen Organe. Es kommt zur Toxinfreisetzung und zum Auftreten erster Symptome.

Es gibt verschiedene Verlaufsformen:

1.)  Abortiver Verlauf: bei tragenden Hündinnen mit vorübergehenden unspezifischen Allgemeinstörungen.

2.)  Der akute schwere Verlauf mit typischen Organveränderungen führt in bis zu 30% der Fälle innerhalb von 48 – 72 Stunden, insbesondere bei geschwächten jungen Tieren ohne maternale Antikörper oder bei nicht geimpften Tieren, zum Tode.

Die Toxine der Leptospiren führen zu schweren Gefäßschädigungen, die mit punktförmigen Blutungen einhergehen und durch Thrombenbildung (Bildung von Blutgerinnseln in den Gefäßen) noch verschlimmert werden können.

Je nach Art der Leptospiren kann es zu Lebererkrankungen mit Gelbsucht (Ikterus) oder zu Nierenerkrankungen kommen.

Im Vordergrund des akuten Verlaufs stehen folgende Symptome:

Schwere Allgemeinstörung, Erbrechen, Durchfall, Schmerzen im Bauchraum, Austrocknung, Muskelschwäche, Rachen- und Mandelentzündung.

Seltener treten auf: Lähmungen, Überempfindlichkeit durch Hirnhautentzündung, Kreislaufversagen infolge Herzmuskelentzündung, Atemnot infolge Lungenentzündung.

3.)  Der chronische Verlauf tritt ein, wenn es zu irreversiblen Schäden von Niere bzw. Leber gekommen ist, oder wenn Leptospiren in den Organen verblieben sind, ohne abgetötet zu werden. Dies ist der Fall, wenn sich Leptospiren in den Nierenkanälchen befinden. Hier werden sie von den Antikörpern nicht erreicht und können sich vermehren, ohne eine Antikörperbildung hervorzurufen. In der Folge kommt es innerhalb von 1 – 3 Jahren über eine Nierenentzündung zur Niereninsuffizienz.

 Parvovirose

Die Infektion mit dem caninen Parvovirus erfolgt über den Mund- und Nasenraum, wo sich das Virus zunächst in der Rachenschleimhaut vermehrt, bevor es über das Blut zu den verschiedenen lymphatischen Organen (Thymus, Lymphknoten, Milz, Knochenmark) und der Dünndarmschleimhaut gelangt. Hier vermehrt es sich zusammen mit den Körperzellen weiter und führt zu den typischen Krankheitssymptomen.

Außer durch direkten Kontakt zwischen Hunden kann das Virus auch vom Menschen mit der Kleidung und den Schuhen übertragen werden.

Das Parvovirus ist ein äußerst widerstandsfähiges Virus, welches in der Umwelt jahrelang überlebt und infektiös bleibt. So kann sich ein Hund auch anstecken, wenn er in einen Raum oder Garten gebracht wird, in welchem sich vor Jahren ein Hund befand, der das Virus ausgeschieden hat.

Die Parvovirose ist eine Viruserkrankung, die zwei verschiedene Verlaufsformen hat.

1.) perakut:

Selten kann das canine Parvovirus bei 3 – 12 Wochen alten Welpen ohne weitere Symptome auf Grund einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) zum plötzlichen Tod führen. Welpen, welche die Myokarditis überleben, können noch Jahre später an einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche) leiden.

2.) akut:

Nach einer Inkubationszeit (Zeit zwischen Infektion und Ausbruch der Erkrankung) von 4 – 10 Tagen zeigen die Hunde Mattigkeit, Erbrechen, Fieber, zuerst grüngelb-schleimigen, dann dunkel wässrigen Durchfall mit Blutbeimengungen. Durch den Flüssigkeitsverlust führt die Erkrankung unbehandelt zum Teil innerhalb von 1 – 2 Tagen zum Tod.

Die Therapie der Parvovirose stützt sich in der akuten Phase auf die symptomatische Behandlung mit Medikamenten gegen das Erbrechen, Flüssigkeitsausgleich, Schleimhautschutz und Vitamingaben. Sobald das Erbrechen gestoppt werden konnte, werden die Hunde mit einer Magen-Darm-Schonkost gefüttert (entweder wird das breiige Futter mit einer Spritze in den Mund eingegeben oder über eine Sonde zugeführt).

 Staupe

Die Ansteckung erfolgt durch direkten Kontakt von Hund zu Hund oder als Tröpfcheninfektion. Am empfänglichsten für die Infektion sind Hunde bis zum 6. Monat, da ihr Impfschutz noch nicht vollkommen ausgebildet ist.

Hat sich ein Hund mit dem Staupevirus infiziert, dauert es 3 – 7 Tage bis zum Auftreten erster Symptome, wobei das Virus bereits ab dem 5. Tag nach Infektion durch alle Körpersekrete (Speichel, Kot, Urin) ausgeschieden wird.

Die Erkrankung dauert 1 Woche bis Monate.

Die akute Staupe äußert sich in einem zweiphasigen Fieberanstieg auf bis zu 41°C, sowie Veränderungen im Atmungs- und Verdauungstrakt.

Es gibt 4 Verlaufsformen, die aber nicht unbedingt getrennt voneinander sondern auch gleichzeitig auftreten können:

a) respiratorische Form mit Beteiligung des Atmungsapparates (z.B. Husten)

b) intestinale Form, bei welcher der Verdauungsapparat betroffen ist (z.B. Erbrechen, Durchfall),

c) kutane Form, welche sich in Hautveränderungen an Nasenspiegel und Sohlenballen in Form von verstärkter Hornhautbildung zeigt,

d) ZNS-Form: Wesensänderungen, Zwangsbewegungen, epileptoide Anfälle, Krämpfe, Zittern, Blindheit, Lähmungen

Die Behandlung erkrankter Tiere kann nur durch unterstützende Maßnahmen und Verhinderung bakterieller Sekundärinfektionen erfolgen. Das Virus selbst muss durch das Immunsystem des Hundes eliminiert werden.

Treten zentralnervöse Symptome auf, ist eine Heilung meist nicht mehr möglich.

 Tollwut

Bei der Tollwut handelt es sich um eine akute, tödliche Infektionskrankheit, die nahezu weltweit verbreitet ist.

Das Virus wird über den Speichel ausgeschieden.

Die Übertragung erfolgt in der Regel durch Biss, kann aber auch über offene Wunden und Schleimhäute stattfinden.

Die Dauer von Infektion durch einen Biss bis zum Auftreten erster Symptome liegt zwischen 14 und 90 Tagen, abhängig vom Infektionsort und der Virusdosis. Je weiter der Infektionsort vom Gehirn entfernt ist, umso länger dauert es, bis erste Symptome auftreten.

Die Erkrankung verläuft in 3 Stadien:

Das erste Stadium dauert 2 - 5 Tage und äußert sich in verändertem Verhalten (Scheu, Nervosität, Gereiztheit), Schluckbeschwerden und Speichelfluss.

Das zweite Stadium äußert sich in Unruhe, Aufregung, Aggressivität und Beißsucht, sowie in Krämpfen und dauert 2 - 7 Tage.

Das letzte Stadium dauert 3 - 4 Tage und geht mit einer Lähmung von Rumpf und Skelettmuskulatur einher.

Bei Wildtieren ist das wichtigste Merkmal der Verlust der angeborenen Scheu und die deutliche Angriffs- und Beißsucht.

Es gibt eine Impfung gegen Tollwut, die bei allen Hunden durchgeführt werden muss, da es die einzige Erkrankung ist, die auch auf den Menschen übertragen werden kann.

Zur Zeit gibt es in Deutschland keine Fälle von Fuchstollwut mehr, aufgrund gut durchgeführter Impfmaßnahmen. Lediglich bei Fledermäusen kommt die Tollwut in Deutschland noch vor. Da es allerdings ab und zu auch geschwächte Fledermäuse geben kann, an welche ein Hund herankommen kann ist es daher immernoch sinnvoll und wichtig gegen Tollwut zu impfen.

 Zwingerhustenkomplex

Am Zwingerhustenkomplex sind verschiedene Viren und Bakterien beteiligt:

  • Canines Adenovirus 2
  • Parainfluenzavirus 2
  • Bordetella bronchiseptica
  • Klebsiellen
  • Pseudomonas
  • Mycoplasma
  • Escherichia coli

Die Übertragung erfolgt über Mund und Nase, die Virusausscheidung mit dem Nasensekret.

Das canine Adenovirus infiziert die oberen Atemwege: Nase, Luftröhre, Bronchien, Lungenbläschen (Alveolen), sodass als Symptome Niesen und Husten auftreten.

Das Parainfluenzavirus führt zu plötzlich auftretendem Nasenausfluss, Fieber und trockenem Husten (ähnlich dem Keuchhusten beim Menschen).

Zu schweren Krankheitsverläufen kommt es nur bei jungen, schlecht genährten Tieren und Tieren, die eine Immunschwäche haben.

Erkrankte Tiere werden aufgrund der bakteriellen Infektion mit Antibiotika über mindestens 14 Tage behandelt.

Dauer der Erkrankung: 3 – 14 Tage.

In der Impfung ist das Parainfluenzavirus-2 enthalten. Außerdem gibt es einen Impfstoff, der über die Nase verabreicht wird, in welchem Bordetella bronchiseptica enthalten ist.

Gegen die anderen Komponenten des Zwingerhustenkomplexes kann nicht geimpft werden, sodass es teilweise trotz Impfung zu dann allerdings nur milden Verläufen, im Vergleich zu ungeimpften Hunden, kommen kann.