Dr. med. vet. Peselmann

Tierarztpraxis für Kleintiere in Riesenbeck (Osnabrück // Ibbenbüren)

Wissenswertes zu Ihrer Katze

Im folgenden erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Informationen zu Ihrer Katze.

 Physiologische Daten:

Lebenserwartung: Je nach Rasse zwischen 12 und 20 (25) Jahren
Herzfrequenz
: 100 – 140 x/Min.
Atemfrequenz
: 20 – 40 x/Min.
Körpertemperatur
: 38 – 39,5°C
Normale Wasseraufnahme
: 35 – 50 ml/kg Körpergewicht
Normaler Harnabsatz
: 20 – 40 ml/kg Körpergewicht

Zyklusverlauf bei der Katze:

Katzen werden je nach Rasse mit 5 – 12 (Ø 6) Monaten geschlechtsreif. Der Proöstrus dauert bei der Katze 1 – 3 Tage, der danach folgende Östrus (Brunst, Rolligkeit) kann 2 – 4 Tage dauern, sofern die Katze gedeckt wurde, oder 6 – 7 Tage, wenn die Katze nicht gedeckt wurde.

Sofern es nicht zur Bedeckung gekommen ist, dauert der Anöstrus 7 – 14 Tage, woran sich erneut der Proöstrus anschließt. Ist dies der Fall spricht man von Dauerrolligkeit.

Trächtigkeitsdauer: 63 – 66 Tage

Feststellung der Trächtigkeit:

22. – 30. Tag: 2 cm große Fruchtkammern bei Bauchdeckenpalpation tastbar

ab 25. Tag: erste Embryodarstellung im Ultraschall möglich

ab 30. Tag: Fruchtkammer im Ultraschall 20 – 40 mm groß

30. – 50. Tag: Darstellung von Fetus und Herztönen im Ultraschall

ab 56. Tag: Auskultation der Herztöne.

Die Feten haben einen Puls von 180 – 220/Min.

Einige Tage vor dem errechneten Geburtstermin (frühest möglicher Termin, um den Welpen nicht zu schaden ab dem 50. Trächtigkeitstag) empfiehlt es sich, ein Röntgenbild anfertigen zu lassen, um festzustellen, wie viele Welpen geboren werden. Dadurch lässt sich leichter erkennen, wann die Geburt abgeschlossen ist bzw. ob die Geburt stockt, sodass man die Katze nicht während der Geburt dem Stress einer Autofahrt zum Tierarzt aussetzen muss.

 Feline infektiöse Peritonitis (FIP)

Die Infektion erfolgt entweder direkt von Tier zu Tier oder über Gegenstände wie Katzenklos, Bürsten, Schlafkörbe und ähnliches.

  •  
    • Feline Caliciviren
    • Feline Herpesviren
    • Bordetella bronchiseptica
    • Chlamydophila felis
    • Mykoplasmen
  • Es gibt zwei verschiedene Formen der FIP:

    1.) die feuchte Form:

    Erste Symptome sind Fressunlust und verminderte Aktivität. Ein bis drei Wochen nach Auftreten der ersten Symptome kommt es zu einer Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle (die Katzen bekommen plötzlich einen dicken Bauch).

    2.) die trockene oder granulomatöse Form:

    Sie äußert sich lediglich in fehlender Futteraufnahme, verminderter Aktivität, eventuell Schmerzäußerung durch die Katze und Fieber.

    Die Diagnose wird über den Nachweis von Antikörpern im Blut, durch Punktion der Flüssigkeit in der Bauchhöhle sowie deren Untersuchung oder über eine diagnostische Laparotomie (Operation) gestellt.

    Eine Behandlung der FIP ist leider nicht möglich. Sie endet immer tödlich.

    Eine prophylaktische Impfung gegen FIP ist möglich. Der Impfstoff wird in die Nase getropft und bewirkt hier einen lokalen Schutz.

     Feline Leukose (FeLV)

    Bei der Felinen Leukose handelt es sich um eine Virusinfektion, die sich in verschiedensten Krankheitsbildern äußern kann und, sobald sie ausgebrochen ist, zum Tod der Katze führt.

    Die Übertragung des Virus erfolgt hauptsächlich durch infizierten Speichel, sprich bei Benutzung gemeinsamer Futter- und Wassernäpfe, durch Belecken oder Bissverletzungen.

    Nach Aufnahme in der Maulhöhle setzt sich das Virus in den Lymphozyten fest und wandert mit diesen ins Knochenmark. Hier findet die rasche Teilung der roten und weißen Blutzellen statt, sodass sich das Virus ebenfalls sehr gut vermehren kann. Als Folge wird das Virus mit dem Blut im gesamten Organismus verteilt. Die Speicheldrüsen werden infiziert und das Virus wird wieder mit dem Speichel ausgeschieden.

    Am häufigsten sind die Lymphknoten von der Erkrankung betroffen. Des Weiteren kann ein lymphdrüsenähnliches Organ im Brustraum (der Thymus) vergrößert sein, was sich in zum Teil hochgradiger Atemnot äußern kann.

    Weitere Symptome, die bei erkrankten Katzen auftreten sind Blutarmut und Immunschwäche.

    Die Blutarmut entwickelt sich meistens über Wochen und Monate und äußert sich in bleichen Schleimhäuten in Maulhöhle und Auge.

    Eine Schwächung des Immunsystems lässt sich vermuten, wenn die Katze unter schlecht heilenden, eiternden Wunden, Ohrenentzündungen, Durchfall und anderen Symptomen leidet, die durch eine Behandlung kaum beeinflusst werden.

    Nach einer Infektion gibt es verschiedene Verlaufsformen:

    Die Mehrzahl der Katzen (60%) kann die Infektion überwinden und das Virus eliminieren.

    Etwa 20% der Katzen bilden neutralisierende Antikörper, allerdings wird das Virus nicht eliminiert und überlebt im Knochenmark, ohne klinische Symptome.

    Etwa 10% der Katzen bilden keine neutralisierenden Antikörper. Sie sind Dauerausscheider und erkranken innerhalb von 6 Monaten bis 3 Jahren. Ein Viertel dieser persistent infizierten Katzen sterben an Neoplasien (Tumoren), drei viertel sterben an Erkrankungen als Folge einer Immunsuppression.

    Im Blut wird das Virus selbst nachgewiesen. Katzen, die gesund sind, im FeLV-Test aber positiv, können die Infektion überwinden. Bei diesen Tieren sollte man nach 2 - 3 Monaten erneut Blut untersuchen.

    Erkrankte Katzen können im FeLV-Test positiv sein, was in diesem Falle aussagekräftig für die Erkrankung ist. Sie können allerdings im FeLV-Test auch negativ sein, wenn sich das Virus gerade nicht im Blut sondern in den befallenen Organen befindet. Negative Ergebnisse bedeuten somit leider nicht, dass die Katze keine FeLV-Infektion hat, da das Virus nur in der Phase nachgewiesen werden kann, in der es mit dem Blut im Organismus verbreitet wird.

    Zur Behandlung gibt es ein Interferon-Präparat, welches die Virusvermehrung hemmt und die körpereigene Abwehr verbessert.

    Prophylaktisch kann gegen Leukose geimpft werden.

     Felines Immundefizienz Virus (FIV)

    Die Übertragung des Virus erfolgt vor allem durch Bissverletzungen, z.B. bei Kämpfen zwischen Katern oder durch den Nackenbiss beim Deckakt.

    Die FIV-Infektion führt zu einer Schwächung des Immunsystems der Katze, in deren Folge es zu verschiedensten Krankheitssymptomen kommen kann, wie z.B. allgemeine Unlust, Zahnfleischentzündung, Schnupfen, schlecht heilende Wunden der Haut, Fieber, vergrößerte Lymphknoten oder Durchfall.

    Die Erkrankung verläuft in 5 Krankheitsstadien:

    1.) 4 - 8 Wochen nach der Infektion kommt es zu Fieber, Leukopenie (Verminderung der weißen Blutzellen), Lethargie, evtl. Durchfall und geschwollenen Lymphknoten. Dieses Stadium kann Wochen bis Monate dauern.

    2.) Das 2. Stadium kann Jahre dauern, während der die Katze Träger des Virus ist, aber keine Krankheitssymptome zeigt.

    3.) Das 3. Stadium dauert Monate und äußert sich in einer Lymphknotenerkrankung, die alle Körperlymphknoten betrifft, Lethargie, Fieber und verminderter Futteraufnahme (Inappetenz).

    4.) Im 4. Stadium wird die Immunsuppression manifest, es besteht eine erhöhte Infektanfälligkeit. Symptome, die in dieser Phase auftreten sind Fieber, Verweigerung der Futteraufnahme, chronische Infektionen der Haut (v.a. Hautpilz) und Schleimhaut, Ohrenentzündungen und vermehrter Parasitenbefall.

    Dauer: Monate.

    5.) Das 5. Stadium ist das Endstadium, welches ebenfalls über Monate verlaufen kann und sich in weiterer Abmagerung, Blutarmut, Verringerung sämtlicher Blutzellen, neurologischen Störungen und Infektionen äußert.

    Einen vorbeugenden Schutz und eine spezifische Therapie gibt es nicht.

     Katzenseuche

    Die Katzenseuche wird durch das feline Parvovirus hervorgerufen und kann Katzen aller Altersstufen infizieren, betrifft aber vor allem junge Katzen (6 Wochen bis 4 Monate) oder Katzen, welche nicht oder nur unzureichend geimpft sind.

    Die Übertragung des Virus erfolgt entweder von Katze zu Katze, über infizierte Futternäpfe, Katzentoiletten, oder draußen in der Natur durch Viren, die im Boden überleben. Außerdem kann man das Virus auch vom Menschen mit der Kleidung und den Schuhen übertragen werden.

    Grund für die vielfältigen Übertragungswege ist, dass das Parvovirus ein äußerst widerstandsfähiges Virus ist, welches in der Umwelt jahrelang überlebt und infektiös bleibt. So kann sich eine Katze auch anstecken, wenn sie in einen Raum gebracht wird, in welchem sich vor Jahren eine Katze befand, die das Virus ausgeschieden hat.

    Die Erkrankung äußert sich in Mattigkeit, allgemeiner Lustlosigkeit, Reduzierung oder vollständigem Verlust des Appetits. Während dieser Phase liegt die Körpertemperatur meistens > 40°C. Nach etwa einem Tag sinkt die Körpertemperatur wieder in den Normalbereich um kurz danach wieder anzusteigen.

    Beim perakuten Verlauf kann die Katze innerhalb weniger Stunden auf Grund eines Schocks sterben.

    Sofern es nicht zu einem raschen Tod kommt, schließt sich beim perakuten Verlauf an die Phase des mangelnden Appetits Erbrechen an und manchmal kommt es zu blutig-wässrigem Durchfall.

    Unbehandelt endet die Erkrankung tödlich, da die Katze auf Grund des Erbrechens und Durchfalls zu viel Flüssigkeit und Elektrolyte verliert und es zu einem Herz-Kreislauf-Versagen auf Grund der Austrocknung kommt.

    Die Behandlung erfolgt stationär in der Praxis mit Infusionen und Medikamenten gegen das Erbrechen. Sobald das Erbrechen aufgehört hat wird die Katze mit konzentrierter Flüssignahrung ernährt.

    Ältere Katzen, deren Immunsystem stark genug ist, können lediglich Mattigkeit begleitet von länger dauerndem Durchfall zeigen.

     Tollwut

    Bei der Tollwut handelt es sich um eine akute, tödliche Infektionskrankheit, die nahezu weltweit verbreitet ist.

    Das Virus wird über den Speichel ausgeschieden.

    Die Übertragung erfolgt in der Regel durch Biss, kann aber auch über offene Wunden und Schleimhäute stattfinden.

    Die Dauer von Infektion durch einen Biss bis zum Auftreten erster Symptome liegt zwischen 14 und 90 Tagen, abhängig vom Infektionsort und der Virusdosis. Je weiter der Infektionsort vom Gehirn entfernt ist, umso länger dauert es, bis erste Symptome auftreten.

    Die Erkrankung verläuft in 3 Stadien:

    Das erste Stadium dauert 2 - 5 Tage und äußert sich in verändertem Verhalten (Scheu, Nervosität, Gereiztheit), Schluckbeschwerden und Speichelfluss.

    Das zweite Stadium äußert sich in Unruhe, Aufregung, Aggressivität und Beißsucht, sowie in Krämpfen und dauert 2 - 7 Tage.

    Das letzte Stadium dauert 3 - 4 Tage und geht mit einer Lähmung von Rumpf und Skelettmuskulatur einher.

    Bei Wildtieren ist das wichtigste Merkmal der Verlust der angeborenen Scheu und die deutliche Angriffs- und Beißsucht.

    Es gibt eine Impfung gegen Tollwut, die bei allen „frei lebenden“ Katzen durchgeführt werden muss, da es die einzige Erkrankung ist, die auch auf den Menschen übertragen werden kann.

    Zur Zeit gibt es in Deutschland keine Fälle von Fuchstollwut mehr, aufgrund gut durchgeführter Impfmaßnahmen. Lediglich bei Fledermäusen kommt die Tollwut in Deutschland noch vor. Da es allerdings ab und zu auch geschwächte Fledermäuse geben kann, an welche eine Katze herankommen kann ist es daher immernoch sinnvoll und wichtig gegen Tollwut zu impfen.

     Katzenschnupfenkomplex

    Der Katzenschnupfenkomplex wird durch verschiedene Viren und Bakterien verursacht:

     

    Die Ansteckung erfolgt durch direkten Kontakt. Selbst nach Ausheilung ist eine Virusausscheidung möglich und somit eine Ansteckung anderer Katzen.

    Symptome sind Niesen, wässriger Nasen- und Augenausfluss sowie Veränderungen des Zahnfleisches und der Zungenschleimhaut.

    Durch bakterielle Sekundärinfektion kann der Nasenausfluss eitrig werden und eine Nasennebenhöhlenentzündung entstehen.

    Bei starken Schnupfensymptomen ist es wichtig die Nasenöffnungen durch abwischen mit einem feuchten Tuch offen zu halten. Bei eitrigem Nasenausfluss muss die Katze mit Antibiotika behandelt werden, um die bakterielle Infektion zu bekämpfen.

    Außerdem besteht die Gefahr, dass die Katze, da sie nichts riechen kann, die Wasser- und Futteraufnahme verweigert und austrocknet, sodass sie Infusionen benötigt.

    Sofern die Katze noch nicht ausgetrocknet ist und nur die Futteraufnahme verweigert, kann es helfen das Katzenfutter ein wenig in der Mikrowelle anzuwärmen, damit es intensiver riecht und die Katze es trotz verschlossener Nase besser wahrnehmen kann.

    Bei entzündlichen Veränderungen von Zunge und Zahnfleisch sollte die Katze weiches Futter und flüssig gerührten Quark erhalten, damit sie Futter aufnimmt, ohne zusätzliche Schmerzen dabei zu erleiden.