Dr. med. vet. Peselmann

Tierarztpraxis für Kleintiere in Riesenbeck (Osnabrück // Ibbenbüren)

Wellensittiche

 Physiologische Daten:

Lebenserwartung: bei guter Haltung bis zu 15 Jahre
Körpergewicht:
männlich: 39 g; weiblich: 41 g
Herzfrequenz:
240 – 600x/Min.
Atemfrequenz:
75 – 90x/Min.
Körpertemperatur:
42,0 – 42,4°C
Normale Wasseraufnahme:
3 ml/24 Std.

Geschlechtsbestimmung:

Die Wachshaut über dem Schnabel kann zur Geschlechtsbestimmung herangezogen werden:

  • Weiblicher Jungvogel: weißlich-grau-bläuliche Wachshaut mit weißem Saum um die Nasenlöcher
  • Männlicher Jungvogel: rötlich-lilafarbene Wachshaut, weißer Saum fehlt.
  • Ausgewachsener weiblicher Vogel: braune Wachshaut
  • Ausgewachsener männlicher Vogel: blaue Wachshaut

Gelege: 5 – 6 Eier

Brutdauer: 18 – 20 Tage

Ernährung:

Als Grundfutter sollten Samen von grasartigen Pflanzen, z.B. Hirse, Glanz, gefüttert werden.

Kolbenhirse ist ein ausgezeichnetes Diätfutter bei Kropfentzündungen und für Jungvögel, außerdem haben die Vögel mehr Beschäftigung als beim üblichen Fertigfutter.

Hafer darf in Maßen angeboten werden, zu viel führt jedoch zu Fettleibigkeit.

Futtermenge: 2 gehäufte Teelöffel Samenfutter pro Tag.

Der Vitamin- und Mineralstoffbedarf kann durch Grünfutter (Wiesenkräuter, wie Löwenzahn, Vogelmiere, Kopfsalat, Kresse, Petersilie, Holunderblüten), gut gewaschenes Obst und Gemüse gedeckt werden. Der Kalziumbedarf kann in Form von Sepiaschalen gedeckt werden.

Wellensittiche, die nur Körnerfutter zu sich nehmen müssen Vitamine über das Trinkwasser zugeführt bekommen.

Für eine gute Verdauung unbedingt erforderlich: Steinchen in Form von Vogelsand oder Grit, der direkt über die Früchte gestreut wird.

 Haltung

Wellensittiche sollten immer mindestens paarweise, wenn nicht sogar in größeren Gruppen gehalten werden, da es ansonsten zu Verhaltensstörungen, wie Rupfen des Gefieders kommen kann.

Das Mindestmaß einer Voliere für 2 Wellensittiche beträgt 0,4 m2 Oberfläche und 0,24 m3 Volumen. Bei Kolonienhaltung ist pro Paar 0,1 m3 und mehr Raum anzubieten.

Käfige sollen unbedingt mit quer verlaufenden Drähten ausgerüstet sein, damit die Vögel klettern können. Des Weiteren soll der Käfig mit natürlichen Ästen und Zweigen von ungespritzten Obstbäumen und Weichhölzern ausgestattet sein. Die unterschiedlich dicken Zweige ermöglichen den Vögeln eine bessere Abnutzung ihrer Krallen und die Knospen an den Zweigen dienen zusätzlich als Futter und zur Beschäftigung.

Eine Schale mit Wasser sollte zum Baden bereitgestellt werden.
Zusätzlich können die Vögel von ihrem Besitzer mit Hilfe einer Sprühflasche indirekt angesprüht werden, was die Gefiederpflege unterstützt. Direktes Ansprühen mögen die meisten Vögel weniger, daher sollte man darauf achten, dass man den Sprühstrahl nach oben richtet, sodass der feine „Sprühregen“ von oben auf den Vogel niederfällt.

Die Umgebungstemperatur sollte zwischen 15 – 20°C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von mind. 50% liegen.